M-Stadt Rache kommt durch den Garten
Gespenstische Stille herrschte in dem kleinen Weg, wo ein langweiliges Reihenhaus neben dem anderen stand. Häuser, die sich im nassen Aspahlt spiegelten, teilweise mit heruntergelassenen Fensterläden, menschenleer sogar die meisten. Es schien, als wäre man ausgegangen. Das gelbliche Mondlicht einer glasklaren Winternacht fiel in den Vorgarten. Die Balkontür stand gekippt. Dort saßen sie im hellen Licht des Wohnzimmers, beide. Der unscheinbare Mann und seine Frau, in getrennten Sesseln und lauschten weltlichem, dass aus einem kleinen Fernseher kam. Über den köpfen hing ein einsames Bild auf einer weißen, kahlen Wand, schemenhaft sah man die Küche, Ofen, Tisch und Stuhl ließen sich nur stückweise blicken. Zu später Stunde ging die Frau nach oben und legte sich schlafen, während der Mann sich ganz genüsslich noch ein weiteres Bier gönnte. Perry ging durch den Garten und klopfte an die Scheibe der Balkontür. Erschrocken von dem nächtlichen, späten Besuch öffnete der Mann zögerlich die Türe und ließ Perry nach einem kurzen Wortwechsel in das Haus. Kurz darauf, fassungslos aufgrund der unverhofften Begegnung die ihm gegenüber am Tisch saß, taumelte der Mann kreidebleich im hellen Licht und sackte zu Boden. Von Schüttelanfällen überkommen klammerte er sich an Perrys Hosenbein. Dem Nervenzusammenbruch nahe, suchte er nach Rechtfertigung für den kläglichen Versuch den er unternommen hatte, an einem unschuldigen Kind mal so richtig Dampf abzulassen. Es lag an ihm die Sache seiner Frau zu beichten. Andernfalls würde Perrynach oben in den ersten Stock gehen, er würde sie vorsichtig aus dem Schlaf holen, ja geradezu rührend würde er sie bei der Hand nehmen und ihr während eines ausgiebigen Abendspaziergangs im geblichen Mondlicht, fast wie ein richtiges Liebespaar, die ganze Geschichte erzählen. Solange, bis sie auf den Boden fällt, sich nicht mehr bewegen und dem Leben auf Wiedersehen sagen würde. Als Perry das Haus verlies, wagte der bleiche Mann sich kaum noch zu rühren.Zwei Tage später baumelte der Schandfleck, wie ein nasser Sack voll Wäsche , über dem Dachboden seines Speichers. Die Ordnung in unserem Viertel war wiederhergestellt. , bis auf Soderberg, das vom kokain aufgefressene Filetstück, den Boss von M-Stadt. Für ihn ließ Perry sich Zeit. In der Tat, er kam ganz zum Schluss dran.
Menschen wie Perry brauchen keine Schaulustigen, keine Menschenmassen um sich herum, wenn sie zuschlagen. Keine vorbeifahrenden Züge, aus denen man mit voller Begeisterung zugewinkt bekommt und schon gar keine klassische Gesamtkomosition eines Orchestergrabens, dessen Dirigent man nach gelungener Aufführung Standing-Ovations zollt. Menschen wie Perry warten ab....
Perry T.Hadden - 25. Mai, 23:34

